Wenn Engelein zwischen den Jahren aufräumen

Die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester nutzen viele nicht nur, um die durch Gänsebraten und Weihnachtsgebäck angefutterten Speckröllchen langsam wieder abzubauen, sondern auch, um in der Wohnung mal „klar Schiff“ zu machen. Denn in vielen Regionen herrscht die Tradition, dass am Neujahrstag in der Wohnung keine schmutzige Wäsche oder schmutziges Geschirr, kein Staub und keine schmutzigen Fenster oder sonstige Unordnung herrschen sollten.
Denn dann würden diese uns im Neuen Jahr ständig begleiten. Und so wird in vielen Haushalten, wenn man nicht in den Urlaub fährt, zwischen den Jahren geputzt und gewaschen, Dompyramiden entstaubt und Keller entrümpelt.
Aus diesem Grund hatten wir niemals zwischen Weihnachten und Silvester frei, sondern waren in dieser Zeit schon lange vorher ausgebucht. Von morgens um 5 bis abends um 10 waren wir im Dauereinsatz und hatten deshalb auch nie Probleme, unseren angefutterten Weihnachtsspeck schnell wieder loszuwerden. Aber auch aus einem anderen Grund machten uns die Putzeinsätze zwischen den Jahren immer viel Freude: sie waren immer voller Überraschungen, Geschichten und natürlich auch voller Geschenke. Die meistern Hausherren bzw. Hausherrinnen waren zuhause, um mit uns gemeinsam aufzuräumen und die Aktion zu überwachen, andere waren weggefahren und überließen uns das Haus nur mit einem langen Zettel mit Anweisungen. So waren im Keller alle Dinge, die entsorgt werden sollten mit einem roten Klebepunkt versehen, die restlichen Sachen mussten aufgehoben und sortiert werden. Was wir dann mit den zu entsorgenden Dingen taten, war eigentlich egal, und so kam man eben günstig zu einer Schultüte oder einem Radio, auch Spielzeug, so manches brauchbare Kleidungsstück und das eine oder andere unnütze Weihnachtsgeschenk waren dabei.
Wenn wir dann am Tagesende erschöpft vom Putzen und Waschen, Aufräumen und aufwändiger Gardinenpflege nach Hause fuhren, war unser Auto immer voll beladen.

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