Fleißige Hände damit Sie sich wohl fühlen

„Die Geschichte der Raumpflege ist eine Geschichte voller Missverständnisse.“ So könnten wir einen Text einleiten, wenn wir über das Reinigen öffentlicher Räume sprechen wollen. Jeder will in einem sein, keiner aber mit dem Reinigen zu tun haben. Dabei gehören Raumpfleger zu den Berufsständen, die die Grundpfeiler unseres modernen Lebens darstellen. Genau wie Bäcker, Feuerwehrmänner und Briefträger. So kommt niemand ohne uns aus. Egal, ob auf der Arbeit oder beim Urlaub im Allgäu, ein gepflegter Raum ist die Grundlage von allem.

Leider ist das nicht immer allen klar, wenn sie über unsren Berufsstand reden. „Doof wie eine Putze!“ oder „Wenn ich mit ihnen fertig bin, werden sie allenfalls noch als Putzkraft eingestellt!“ sind da noch die harmlosesten, wenn auch geläufigsten Plattitüden. Und ehrlich: Ich habe ja manchmal den Verdacht, dass gerade die, die so reden mit den einfachsten Reinigungsarbeiten nicht zurechtkämen. Da kann ich nur sagen: Herzlich Willkommen! Denn hier will sich niemand beschweren, sondern nur normal behandelt werden. Die Arbeit machte mir immer Spaß, was vor allem daran lagt, dass meine Kolleginnen und ich prima miteinander auskamen. Ich denke, dass das wie in allen Berufen ist. Wenn die Umgebung stimmt, macht auch die Arbeit Spaß. Wir waren eben ein gutes Team, Ramona, Karin und ich. Da fällt Fleißigsein nicht schwer.

Zwar verdient man nicht die Welt, aber für den Urlaub polnische Ostsee reicht es. Geld war in meinem Fall aber auch nicht der Hauptgrund für die Arbeit. Ich mochte es im Hintergrund zu arbeiten. Wir trugen unseren Teil dazu bei, dass Andere überhaupt erst ihre Arbeit machen können, so wie es unsere Kolleginnen noch tagtäglich tun. Ein bisschen ist es so wie beim Essen: Ohne Wasser gäbe es nichts woraus man etwas kochen könnte. Trotzdem nehmen wir Wasser kaum wahr. Ich jedenfalls freue mich über kleine Gesten von Menschen, die das nicht vergessen haben.
 

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